Die Gemeinde Ettal liegt im größten
zusammenhängenden Naturschutzgebiet Deutschlands.

Das Waidmoos zwischen Ettal und
Oberammergau |
Sehen Sie dort geschützte Pflanzen, erleben Sie
eine noch intakte Tierwelt und erkunden Sie dabei die großartige
Natur. In den Ruriken Wandern, Bergsteigen, Kletten und auch Radfahren
finden Sie vielfältige Vorschläge für Entdeckungsreisen.
Aufgrund seiner Höhenlage (Schloßpark Linderhof 1000m über
NN) ist Ettal bis in den März hinein ein schneesicheres Langlaufparadies.
Die Gemeinde verfügt über ca. 30 km gepflegte Loipen, die
von Ettal über Graswang bis in den Schloßpark Linderhof
reichen. Desweiteren ist Ettal der otimale Ausgangspunkt im Ammergebirge
für Tourenskifahrer.
Das Weidmoos
- eines der berühmtesten Moore Bayerns
Das Weidmoos wird beschrieben
als ein Kalkflachmoor mit Übergangskomplexen und kleinen Hochmoorinseln,
die zwischen Ammer und Ettaler Mühle gelegen sind. Es stellt
vor allem wegen seiner Wasserverhältnisse eine Besonderheit unter
den bayerischen Mooren dar. Entstanden ist das Weidmoos durch Verlandung
eines nach der Eiszeit hier gelegenen Schmelzwassersees.

Im Waidmoos |
Das Ettaler Weidmoos" wurde 1982 unter Naturschutz
gestellt. Es ist 159ha groß und liegt in dem Dreieck, das die
B23 zwischen Oberammergau und Ettal, die Staatsstraße 2060 von
Ettal nach Linderhof sowie die Armenseelenstraße",
die von Oberammergau Richtung Graswang führt, bilden. Im Norden
gehört zudem der Bereich unterhalb des Döttenbichls, im
Westen das Gebiet der Kleinen Ammerquellen zum Naturschutzgebiet.
Im Quellbereich der Kleinen
Ammer findet man im Weidmoos zahlreiche Quelltrichter, woraus eine
sehr enge und komplizierte Verzahnung von Moor- und Auenstandorten
resultiert. Die einzelnen Quellen vereinen sich schon bald zu zwei
stattlichen Bächen. Der eine davon wurde in geradem Lauf in südöstlicher
Richtung durch das Weidmoos geführt, er fließt mit Hilfe
eines Dükers unter der Ammer hindurch und betreibt als Ettaler
Mühlbach das Wasserrad (und heute eine Turbine) der Ettaler Mühle.
In Höhe der Kapellenwand fließt er von rechts in die Ammer.
Der andere schlängelt sich in nördlicher Richtung durch
das Weidmoos und mündet etwa in Höhe der Bärenhöhle
von links in die Ammer.
Flora:
Den überwiegenden Teil des Weidmoos nehmen großflächige
Streuwiesen ein. Sie weisen eine hohe Artenvielfalt mit zahlreichen
seltenen Pflanzen auf. Dazu gehören mehr als ein Dutzend Orchideenarten
genauso wie der Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe), der Moorenzian
(Swertia perennis), die Prachtnelke (Dianthus superbus), die Mehlprimel
(Primula farinosa), der Fieberklee (Menyanthes trifoliata), die Fadenwurzelsegge
(Carex chordorrihiza) und auch seltene Moose. Das floristische Markenzeichen
des Weidmoos ist aber das gelb blühende Karlszepter (pedicularis
sceptrum-carolinum), ein Eiszeitrelikt das hier sein größtes
mitteleuropäisches Vorkommen hat.

Karlszepter
(pedicularis sceptrum-carolinum) |
Nachdem in der Landwirtschaft heute immer weniger Einstreu
benötigt wird (meist existieren in den Ställen Schwemmentmistungen,
bei denen eine Einstreu nicht mehr notwendig ist), werden nicht mehr
alle Streuwiesen im Weidmoos gemäht. Vor allem die zentralen,
nur bei sehr trockenem Wetter zu bearbeitenden Wiesen sind oft brachgefallen.
Durch Förderung der Mahd und anderer Landschaftspflegemaßnahmen
versucht man heute, auch bei geänderten landwirtschaftlichen
Bedingungen, den Charakter des Mooses zu erhalten.
Im Weidmoos sind u.a. seltene Wiesenbrüter wie die Bekassine,
das Braunkehlchen oder der Wiesenpieper beheimatet. Der große
Brachvogel, der früher hier vorkam, konnte in letzter Zeit nicht
mehr festgestellt werden.
Die flache Wasserfläche zwischen dem Ettaler Mühlbach und
der Staatsstraße, die beim Bau des Mühlbaches entstanden
ist, ist ein beliebter Laichplatz mehrere Amphibienarten. Um vor allem
die Verluste der Erdkröten bei ihren Frühjahrswanderungen
zwischen den Lebensräumen an den Hängen der Notkarspitze
und dem Laichplatz zu verringern, wurden in den letzten Jahren Amphibiendurchlässe
und Leitzäune entlang der Staatsstraße zwischen der Ettaler
Mühle und der Roten Brücke geschaffen.
Wie die anderen Moore und Feuchtgebiete im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
ist auch das Weidmoos gekennzeichnet durch eine hohe Anzahl bedrohter
Schmetterlingsarten. Einige Arten erreichen hier auch Populationsdichten,
die sonst wohl nirgendwo mehr in Bayern erreicht werden.
Der Blick vom Weidmoos nach Westen an den Grat des Sonnenbergkamms
wird von der markanten Falkenwand" bestimmt. An der Falkenwand
brütete früher ein Wanderfalke, das Nest wurde aber von
einem Uhu zerstört und der Falke wurde seitdem nicht mehr gesehen.
Auch Felsenschwalben kann man hier antreffen.
Unser größtes Anliegen ist es daher dieses einmalige Vorkommen
seltener, geschützter Pflanzen und Tiere unseren Nachkommen zu
bewahren.
Quelle: Gregor Drohmann, Bund Naturschutz,
OG Oberammergau
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